Stolperfallen in der Küche

Stolperfallen in der Küche:
Typische Fehler bei der Planung vermeiden

Eine neue Küche ist eine Investition für viele Jahre. Da ist es besonders ärgerlich, wenn man erst im Nachhinein feststellt, dass man manche Dinge einfach nicht richtig durchdacht hat. Folgende Fehler können Sie mit besserer Planung vermeiden.
Nicht sofort Wände einreißen

Nicht sofort Wände einreißen

Offene Küchen liegen absolut im Trend, sind kommunikativ und wohnlich. Bevor Sie aber gleich die Wand zum Wohnzimmer einreißen, überlegen Sie, ob Sie auch der Typ für ein solch offenes Wohnkonzept sind. Wer viel kocht und brät und dabei auch gerne mal die Tür zumacht, um ungestört zu sein, lassen Sie diesen Trend lieber aus. Oder wenn umgekehrt die Familie beim Relaxen, Spielen, Lesen oder Hausaufgaben machen im Wohnbereich durch Geklapper, Gebrutzel und Gerüche nicht gestört werden soll, bleibt man lieber bei der separaten Küche. Auch Ordnungsfanatiker, die erst entspannen können, wenn kein schmutziger Teller mehr in Sicht ist, sind besser bedient, wenn sie auch mal die Türe zumachen können. Eine gute Alternative kann eine große Schiebetür sein.

Alte Technik in Wohnküchen

Wer sich für eine offene Wohnküche entscheidet, darf nicht bei der Technik sparen. Eine leistungsfähige Dunstabzugshaube, die die Luft nach draußen ableitet, ist ein Muss. Alle Elektrogeräte sollten flüsterleise sein – vor allem solche, die immer in Betrieb sind wie der Kühlschrank. Hier lieber für ein paar Dezibel weniger etwas mehr investieren.

Falsche Wege

Falsche Wege

Sie wollten Platz sparen und haben den Herd direkt neben dem Kühlschrank eingeplant? Energetisch ungünstig! Die Spüle sollte vors Fenster, weil Sie so gerne hinausschauen, aber jetzt müssten Sie mit einem heißen Topf kochender Nudeln zum Abschütten durch die ganze Küche laufen. Und wenn Sie etwas aus dem Kühlschrank holen, sind die anderen ausgesperrt, weil sich die Tür genau in die Tür zur Küche öffnet. Solche Beispiele zeigen: Immer einen Fachmann, der solche Denkfehler sofort erkennt, auf die Planung schauen lassen! Spüle und Herd sollten nie mehr als zwei, drei Schritte voneinander entfernt sein. Der Kühlschrank darf hingegen auf Distanz zu Herd und Backofen gehen. Und immer überlegen, wie die Bewegungsabläufe sich verändern, wenn die Türen offen stehen.

Schonungslose Ergonomie

Schonungslose Ergonomie

Selbst wenn Sie momentan noch fit und rüstig sind – den Rücken zu schonen ist nie ein Fehler, schon gar nicht auf lange Sicht. Wenn Sie eine Küche neu planen, nutzen Sie daher die Möglichkeit, Elektrogeräte rückenfreundlicher anzuordnen. Die Zeiten, in denen der Backofen automatisch unterm Herd sein musste, sind vorbei. Auf Augenhöhe heißt die Devise. Ein erhöhter Geschirrspüler erleichtert ebenfalls das Ein- und Ausräumen. Und auch die Standardgröße der Arbeitsfläche kann für Sie unpassend sein, zum Beispiel wenn Sie größer als 1,80 Meter sind. Dann zwickt es nach dem Gemüseschnipseln schnell im Rücken. Die ideale Höhe der Arbeitsplatte liegt etwa 10 bis 15 Zentimeter unter den Ellenbogen. Bei unterschiedlichen Körpergrößen planen Sie ruhig zwei verschieden hohe Arbeitszonen ein. Und wenn der Platz das nicht hergibt, hilft nur noch die Frage: Wer arbeitet am häufigsten in der Küche?

Arbeitsfläche nur fürs Arbeiten

Wer die Arbeitsfläche nur an dem Raum bemisst, den er tatsächlich zum Zubereiten der Speisen braucht, wird sich umgucken, wenn die Küche erst einmal eingerichtet ist. Denn die Arbeitsfläche ist nicht nur zum Arbeiten da. Sie ist auch Abstellfläche für die Kaffeemaschine, den Dampfgarer, den Mixer, die Saftpresse und den Messerblock. Wenn vor lauter Geräten keine Arbeitsfläche mehr übrig bleibt, ist das schlechte Planung. Bei der Arbeitsfläche gilt das Gleiche wie beim Stauraum: Es kann nie zu viel sein.

Sparsame Elektrik

Sparsame Elektrik

Was bringt die Deckenleuchte im Rücken, wenn Sie auf der Arbeitsfläche Gemüse putzen wollen? Durchgängiges Licht über der Arbeitsfläche – und nicht nur über dem Herd – ist ein Muss und wird dennoch häufig vergessen. Eine einfache Lösung sind LED-Lichtbänder, die nahezu unsichtbar unter Hängeschränken befestigt werden und den gesamten Arbeitsbereich beleuchten. Lieber zu viel als zu wenig gilt auch für Steckdosen. Überlegen Sie schon vorher, welche Geräte wo stehen und knausern Sie nicht, wenn es darum geht, ein paar Elektroleitungen neu zu verlegen. Ein Wirrwarr aus Verlängerungskabeln und Mehrfachsteckdosen ist lästig, sieht nicht schön aus und kann außerdem eine Gefahrenquelle darstellen, vor allem, wenn kleine Kinder im Haushalt leben.

Kurzlebigen Trends zum Opfer fallen

Technisch ist alles durchgeplant und jetzt noch die allerneueste Trendfarbe, die auf der letzten Möbelmesse so eindrucksvoll aussah: Knallorange, Tiefschwarz oder Quietschgrün für die Fronten? Treffen Sie Ihre Farbauswahl sorgfältig. Generell will man an einer Küche viele Jahre lang Freude haben. Gefällt einem das ungewöhnliche Türkis auch noch in fünf Jahren? Oder nur gerade jetzt, weil es in jedem Katalog zu sehen ist? Außerdem wirken Farben in großzügigen Ausstellungen oder im Katalog ganz anders als in der eigenen Küche, wo bunte Unordnung hinzukommt und die Licht- und Platzverhältnisse vielleicht ganz anders sind. Sehr dunkle Fronten, die im Möbelhaus klassisch schick wirken, können eine kleine Küche beispielsweise zu einer engen Höhle verwandeln. Stellen Sie sich in Ihre eigene Küche und stellen Sie sich die Farbe vor. Und wenn Sie unsicher sind, geben Sie klassischen Farben wie Weiß, Beige oder Grau und Holz- und Steintönen den Vorzug. Ihre Lust auf Farbe können Sie immer noch mit Textilien und Accessoires ausleben.