Küchentrends: Glatt und glänzend vs. warm und wohnlich

Küchentrends: Glatt und glänzend vs. warm und wohnlich

Es geht beides! Auch beim modernen puristischen Küchendesign, das heutzutage so angesagt ist, kann man mit kleinen Akzenten für Gemütlichkeit sorgen. Der Trick: mit Naturmaterialien Akzente setzen und kleine Stilbrüche zulassen.

Küchentrends „Man ist weg vom Überladenen und vom Möbel mit viel Zierde. Moderne Küchenmöbel und Küchenelektrogeräte sind hoch funktional und schlicht. Ihr Aussehen ist auf das Wesentliche und Notwendige reduziert“, erklärt Kirk Mangels, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche. Das sieht man sofort, wenn man sich auf Messen oder in Möbelhäusern die neuesten Küchen anschaut: funktional-modernes Design, ebene und glatte Flächen ohne Dekoration. Am liebsten sogar grifflose Fronten, die besonders leicht zu reinigen sind. „Ein sachliches Gesamtdesign hat neben den praktischen Gründen auch immer eine fraglose Gültigkeit“, ergänzt Mangels. „Schlichte Formensprache ist zeitlos. Der stolze Inhaber kann die Küche jahrelang ansehen und sieht sich auch nicht an ihr satt. Und die uns so vertrauten Gebrauchsspuren hinterlässt der Alltag automatisch“.

Allerdings muss man es nicht dem Alltag überlassen, dass die Küche trotzdem individuell und wohnlich wirkt. Der Vorteil des schlichten Designs ist nämlich auch: Man kann seiner Kreativität bei der Dekoration freien Lauf lassen, ohne dass es zu schnell unordentlich oder überladen wird. Gerade in schlichten Küchen dürfen deshalb die Küchenkräuter auf der Fensterbank sprießen oder die Fotos der Lieben die Wand zieren. Denn selbst die Elektrogeräte sind heute ohne Schnickschnack und dank versteckter Bedienelemente so geradlinig und schlicht wie die Fronten. Bei modernen Herdplatten sind die Bedienungselemente im Kochfeld integriert, was auch die Reinigung erleichtert. Bei Spülmaschinen sind sie oft an der Oberkante der Klapptür untergebracht, sodass sich hier wieder das Gerät nahtlos in die Front einfügt.

Blumen, Muster, Fotos …

Sie dürfen daher mit Accessoires ordentlich auftrumpfen, aber bitte mit Stil: Ein Sammelsurium von Magneten und Schnipseln am Kühlschrank ist out – es sei denn, Sie wohnen noch in einer Studenten-WG. Warum aber die neusten Gemälde, die die Kleinen aus Kindergarten oder Schule mitbringen, nicht einfach mal in einem dekorativen Wechselrahmen, der ordentlich und gerade an der Wand hängt, präsentieren? Das Gleiche gilt für Fotos: Die chaotische Pinnwand ersetzen heute Multi-Rahmen, die viele einzelne Fotos zu einem Kunstwerk vereinen. Gar nichts falsch machen kann man mit Dekorationen aus der Natur wie Krüge mit Blumen oder Accessoires aus Holz oder Geflecht. Die bieten nämlich durch ihre warmen Farben und ihren gewachsenen Ursprung den besten Kontrast zu den kühlen Materialien der High-Tech-Küche.

Küchentrends Das gilt auch für das komplementäre Mobiliar. Wer Angst hat, dass die Küche zu steril wirken könnte, wählt einfach als Essplatz einen schönen Holztisch, am besten naturbelassen. Auf der Küchenbank können durchaus verschiede Kisten in bunten Mustern für Abwechslung sorgen. Auch zusätzliche Regale oder Sideboards dürfen gerne aus der Küchenserie ausbrechen. Antike Einzelstücke entfalten hier ganz besonders ihre Wirkung, genauso wie Massivholzmöbel im Landhausstil oder Vintage-Look.

Sie sollten keine Angst vor Stilbrüchen haben. Eine schlichte Küche nimmt jeden Kontrast dankbar auf. Wichtig ist, sich klar zu machen, dass man damit auch die Designküche aufwertet und nicht verunstaltet. Die Küche ist heute Kommunikationsmittelpunkt für die ganze Familie. Das perfekte Bild aus dem Prospekt hat wenig mit der Realität zu tun, in der uns Gemütlichkeit, Individualität und Wohlfühlatmosphäre eben doch genauso wichtig sind wie die perfekte Technik.

Tipps für die gemütliche Designküche

1.

Materialmix:
Ein Holztisch im Antiklook kann gerade gut zu kühlen Fronten kombiniert werden.

2.

Persönliches:
Fotos, alte Backformen, bunte Keramikschälchen, aus dem Urlaub mitgebracht – schmücken Sie die Küche mit Dingen, die Ihnen besonders am Herzen liegen.

3.

Stimmungslicht:
Auch wenn die Arbeitsfläche hell ausgeleuchtet sein sollte, müssen alternative Lichtquellen her, die zum Essen oder beim Gespräch gedämpftes Licht spenden.

4.

Offenheit wagen:
Besonders schönes Geschirr, dekorative Kochbücher oder schöne Vorratsdosen dürfen ruhig auf offenen Regalen präsentiert werden.