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„SECRET SERVICE“ IN DER KÜCHE

Ein tolles Design fällt bei jeder Küche sofort ins Auge. Doch die Kleinigkeiten, die einem wirklich das Leben erleichtern, sieht man oft gar nicht auf den ersten Blick. Es sind praktische Details und durchdachte Lösungen, die Ihnen den Spaß am Kochen zurückbringen.

Küche Statistiken zufolge macht rund zwei Dritteln der Deutschen das Kochen Spaß. Sie gehören nicht oder nur bedingt dazu? Dann nehmen Sie Ihre Küche und deren Ausstattung einmal genau unter die Lupe. Denn es gibt so manche Geheimnisse, die darüber entscheiden, ob wir mit Lust oder Frust in der Küche wirtschaften.

In den 1950er-Jahren revolutionierten der Elektroherd und der Kühlschrank die Küche. In den 1970er-Jahren atmeten Hausfrauen dank der Serienproduktion von Spülmaschinen auf. Doch auch seitdem hat sich noch viel getan. Mixer, Toaster, optimierte Wasserhähne, ausgezeichnetes Arbeitsflächenlicht, einfache und sinnvolle Abfalltrennung, die Kaffeemaschine, der Milchaufschäumer und der Schnellkochtopf, aber auch elektrische Schubauszüge gehören beispielsweise zu den technischen Errungenschaften. Die meisten Innovationen der Neuzeit haben dabei ein und dasselbe Ziel: die Arbeit erleichtern, sie angenehmer und zügiger machen und somit die Lebensqualität steigern.

Neues zur Ergonomie

Eine gute Ergonomie war schon immer wichtig – nicht nur aus Bequemlichkeits-, sondern auch aus gesundheitlichen Gründen. Aber die Hersteller bieten heutzutage viel mehr Möglichkeiten, sie auch umzusetzen. Damit sich niemand in seiner Küche mit Bücken, Beugen und Überstrecken abplagen muss, sollten alle Arbeitshöhen auf die Hauptnutzer der Küche angepasst werden. „In der Küche kann man zur Vorbereitung eines leckeren Essens schnell einige Stunden verbringen. Da zählen die guten Zutaten genauso wie die an die eigene Ergonomie angepassten Arbeitshöhen“, weiß Frank Hüther, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK). „Entscheidend hierfür ist nicht die jeweilige Körpergröße, sondern die individuelle Ellbogenhöhe, so das Ergebnis wissenschaftlicher Studien.“ Dabei darf die Kochmulde durchaus tiefer liegen als die Arbeitsfläche, damit bequemer in die Töpfe geschaut – und gerührt – werden kann.

Darüber hinaus ist es längst nicht mehr nötig, sich beim Ausräumen der Spülmaschine ständig zu bücken, oder sich vor den Backofen zu hocken, um zu prüfen, ob der Kuchen bald fertig ist. Die Geräte können auf Augen- oder Brusthöhe eingebaut werden – Ihr Rücken wird es Ihnen danken. Wer sich mit seinen schwerfälligen Schränken regelrecht abrackert, sollte in eine elektrische Unterstützung zum Öffnen, Bewegen und Schließen der Möbel investieren, zum Beispiel um Klappen an den Oberschränken mühelos öffnen zu können. Ein sanftes Andrücken der Möbelfront mit dem Finger, und schon schwebt die Klappe des Oberschranks geräuschlos nach oben.

Sinnvolle Wege

Kurze Arbeitswege und funktionsorientierte Arbeitsabläufe tragen ebenfalls zum stressfreien Kochen bei. Eine Arbeitsfläche von mindestens 90 Zentimetern zwischen Herd und Spüle sorgt beispielsweise dafür, dass die Zutaten von der Spüle direkt auf der Arbeitsfläche bearbeitet werden können, bevor sie weiter in die Töpfe wandern. Für Kaffeemaschine und Co. sollte ebenfalls genügend Arbeitsfläche fernab von der heißen Herdplatte und dem Nassbereich eingeplant werden.

Zur sinnvollen Planung gehört auch, dass beispielsweise der Biomüll nicht auf der anderen Seite der Küche gesammelt wird, sondern dort, wo er hauptsächlich anfällt: unter der Arbeitsfläche oder der Spüle. Nicht umsonst gibt es ausgeklügelte Mülltrennsysteme, die sich geschickt in den Unterschränken verstecken lassen – am besten noch so, dass man sie mit dem Fuß öffnen kann. Das funktioniert besonders gut mit einem elektronischen Türöffner, der in den Schrankboden integriert wird. Tippt man dann nur leicht mit der Fußspitze gegen den Sockel, wo sich der Öffnungssensor befindet, öffnet sich die Abfalltrennung wie von Zauberhand. Denn wer möchte mit zwei Händen voll tropfenden Gemüseabfällen die ganze Küche durchqueren oder mit matschigen Teighänden die Griffe benutzen? Diese Finesse lässt sich übrigens auch nachrüsten.

Den Überblick behalten

Küche

Lästig, nervig und Zeit verschwendend ist es, wenn man dauernd etwas suchen muss. Investieren Sie in Vollauszüge oder schwenkbare Regalböden. Elegante Hochschrankauszüge mit integrierter Einzugsdämpfung kommen dem Hobbykoch leicht und leise entgegen. Achten Sie hier auf Qualität, damit die Innenausstattung auch lange Jahre reibungslos und ohne zu haken mitspielt. Alle Zutaten präsentieren sich im Idealfall auf stufenlos höhenverstellbaren Böden, die von drei Seiten bequem und direkt zugänglich sind. So sehen Sie sofort, wo der Puderzucker steht, wenn Sie ihn gerade brauchen. Die Lebensmittel geraten auch nicht mehr durcheinander, sobald man eine Zutat herausnimmt, und die Unordnung, die man immer wieder aufräumen müsste, entsteht erst gar nicht.

Das Gleiche gilt für Schubkästen. Hier den Überblick zu behalten, geht nur mit einer guten Inneneinteilung. Wer früher gerade mal den guten alten Besteckkasten hatte, kann heute jede Schublade mit Einsätzen strukturieren – ganz individuell und variabel, so wie man es gerade benötigt. So hat man jedes Utensil im Handumdrehen parat, und schick und ordentlich sieht es auch noch aus. Das Neueste sind kleine Boxen mit magnetischer Anbindung, die an der Seiten- oder Rückwand der Schublade „angedockt“ werden können. Sie verrutschen nicht und können immer wieder neu angeordnet werden. „Sämtliche Stauraumressourcen gut auszunutzen, sorgt für Komfort und Wohlbefinden im Lebenswohnraum Küche“, erläutert Frank Hüther.

Das A und O der praktischen Küche

  • Sinnvolle Logistik.
  • Angepasste Ergonomie.
  • Übersichtlicher Stauraum.
  • Leicht zu öffnende bzw. schließende Schränke.
  • Gutes Licht über Arbeits- und Kochfläche.
  • Neue Technik.