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Küchengrossputz: Alles auf Anfang

Schon bald verbringen wir wieder mehr Zeit am heimischen Herd. Grund genug, die Küche einer Radikalkur zu unterziehen, denn gerade dort, wo Lebensmittel gelagert werden, heißt es nach dem Sommer: Ausmisten, Aufräumen und Reinigen.

Küche Nirgendwo fällt das Großreinemachen so schwer wie in der Küche: Die Schränke sind voll mit vielen Utensilien und zerbrechlichem Geschirr; Krümel und Staub haben auch die hintersten Ecken erobert und kein anderer Ort scheint Krimskrams so magisch anzuziehen wie die oberste Küchenschublade.

Aber Ausmisten, Aufräumen und ordentlich Saubermachen ist auch nirgendwo so notwendig: Lebensmittelreste hinterlassen ihre Spuren und können Schädlinge anlocken. Gerade im Sommer verdirbt durch die Hitze vieles schneller und können sich klitzekleine Plagegeister ausbreiten.

Daher ist der Übergang vom Sommer zum Herbst der perfekte Zeitpunkt, um die Küche einer Radikalkur zu unterziehen. Denn nicht zuletzt steht jetzt auch die Jahreszeit vor der Tür, in der wir wieder öfter zu Hause kochen und backen – und das macht in einer sauberen, aufgeräumten Küche einfach mehr Spaß.

Alles muss raus!

Sie kommen nicht drum herum: Die Schränke müssen ausgeräumt werden. Wenn Sie das Ausmaß der Arbeit überwältigt, nehmen Sie sich bestimmte Schränke und Schubladen an unterschiedlichen Tagen vor. Schränke mit Geschirr und Töpfen werden feucht – gegebenenfalls mit etwas Kunststoffreiniger – ausgewischt und getrocknet. Wenn Sie danach den Schrank wieder einräumen, nehmen Sie sich die Zeit, alles, was angeknackst ist oder schon lange nicht mehr benutzt wurde, auszusortieren und alles andere wieder in Reih und Glied zu bringen. So schaffen Sie Übersicht und Platz für Neues.

Bei den Lebensmitteln seien Sie rigoros: Nicht alles mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum muss sofort entsorgt werden, aber Senf, Kakao, Tee und Gewürze, die noch aus den Anfängen des aktuellen Jahrtausends stammen, sind vielleicht nicht gesundheitsschädlich, jedoch sicher auch nicht mehr aromatisch. Also weg damit! Das Gleiche gilt für Kekse und Co., die keinem in der Familie so richtig schmecken und seit Monaten vor sich hin krümeln.

Gut sortiert

Schauen Sie sorgfältig in offene Mehl- oder Müslischachteln: Hier können sich über den Sommer Maden und anderes Ungeziefer entwickelt haben. Das möchten Sie nicht erst entdecken, wenn Sie kurz davor sind, das Mehl in den Kuchenteig zu schütten. Tipp: Dicht verschließbare Kunststoffbehälter und Dosen sorgen für Ordnung, halten Schädlinge fern und machen den nächsten Großputz leichter, weil nichts mehr aus den offenen Tüten in die Schränke krümelt. Schauen Sie sich doch mal in den Boutique-Abteilungen der Möbelhäuser um. Hier gibt es allerlei hilfreiche Ausrüstung, um die Innenaufteilung der Schränke zu strukturieren. Viele Behälter für Kaffee, Tee, Mehl oder Zucker sind so dekorativ, dass sie besser die Arbeitsfläche oder das Regal verschönern, als im Schrank zu verschwinden.

Ausgemistet werden aber auch der nicht essbare Kleinkram, der sich gerne in der Küche ansammelt: leere Batterien, abgelaufene Rabattcoupons, Kritzeleien der Kinder, alte Einkaufszettel ? je mehr Sie wegwerfen, desto leichter fällt danach das Putzen. Was noch gebraucht wird, wird endlich zusammengesammelt und geordnet: alle Küchengummis in eine kleine Schachtel, alle Zahnstocher zurück in den kleinen Becher, alle Notizblöcke bis auf einen auf Reserve verstauen.

Ende der Eiszeit

Küche

Besonders gründlich geht es dann dem Kühlschrank an den Kragen. Alle Teile, die herausnehmbar sind, sollten in der Spülmaschine oder mit heißem Wasser und Spülmittel gereinigt werden. Auch die Innenwände des Kühlschranks werden gründlich ausgewischt.

Erleichtert sind nun all diejenigen, die bei der Anschaffung des Kühlschranks in ein sogenanntes No-Frost-Gefrierfach investiert haben, das nicht mehr abgetaut werden muss. Aber auch wenn Sie nicht dazugehören: Raffen Sie sich zum Abtauen auf! Denn vereiste Gefrierfächer kühlen nicht mehr richtig und fressen reichlich Energie. Vielleicht ist ja bei der nächsten Anschaffung ein Gerät auf höchstem technischen Niveau drin.

Das Mittel zum Zweck

Wenn es ans Reinigen geht, bestimmt das Material das Mittel, und da Küchen oft aus verschiedenen Oberflächenmaterialien bestehen, muss man beim Putzen für jede Ecke die richtige Wahl treffen. Küchenmöbel sind meist entweder aus Massivholz oder echtem Holzfurnier, sind lackiert oder foliert, haben Glasflächen oder auch Edelstahlfronten. Die sogenannte Weiße Ware, also Spülmaschine und Kühlschrank, ist meist aus lackiertem Metall, und bei den Küchenarbeitsplatten gibt es wiederum viele laminierte Modelle, Echtholz, Glas, Edelstahl oder auch Stein. „Je nach Material müssen Putztuch und Putzmittel richtig ausgesucht werden“, rät Kirk Mangels, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e.V. (AMK), „denn gerade beim Putzen beispielsweise mit zu ‚scharfen’, im Haushalt verfügbaren Mitteln kann man sich eine Oberfläche auch ganz schön beschädigen.“

In der Regel reichen feuchte Baumwolltücher und milde fettlösende Mittel, um leicht verschmutzte Flächen wieder zu säubern. Haben sich aber auf den Oberschränken viel Kochfett und Staub angesammelt, muss man mehrfach nass wischen. Der Kratzschwamm oder auch schon die grobe Seite des Spülschwamms ist allerdings für die lackierte Front ein Tabu. Für alle Oberflächen gilt: nach dem Reinigen abtrocknen. Bei empfindlichen und vor allem sichtbaren Teilen bleiben sonst schnell Kalkflecken oder Kalkschlieren vom Wasser übrig. Hartnäckige Kalkflecken wiederum lassen sich prima mit verdünnter Essigessenz entfernen.

Mikrofasertücher, die bei Glas, Kacheln und Edelstahl oft schon ohne Putzmittel Wunder wirken, sind übrigens für Hochglanzfronten tabu! Die unsichtbaren rauen Mikrofasern können Kratzer auf dem Lack hinterlassen.

Von oben nach unten

Bevor Sie nun mit der Frischekur für die Küche beginnen, noch eine goldene Regel: von oben nach unten! Das heißt, dass zuerst die Leiter her muss, um auf den Leuchten und Oberschränken Staub zu wischen und die Spinnweben von der Decke zu holen. Alles, was dabei herunterrieselt, wird in den nächsten Arbeitsschritten entfernt und zu guter Letzt ist der Boden dran, auf dem sich alles sammelt, was Sie aus den hinterletzten Ecken Ihrer Küche und Schränke herausgeholt haben. Ganz zum Schluss bleibt nur noch Eines: das tolle Gefühl, mit einer sauberen und ordentlichen Küche in den Herbst zu starten!

Tipps für Sauberkeit und Ordnung

  • Geöffnete Lebensmittelpackungen in verschließbare Behälter umfüllen.
  • Innenaufteilungen für Schubkästen besorgen.
  • Auf einen Gefrierschrank mit „No-Frost“ umsteigen.
  • Auf den Oberschränken alte Zeitungsblätter auslegen: zum Entstauben dann einfach die ganze Zeitung wegwerfen und erneuern, anstatt die Oberflächen zu schrubben.
  • Flächen hinter und über dem Herd sowie um den Herd herum freihalten – alles, was hier sonst steht oder hängt, ist schnell mit einer Fettschicht überzogen.
  • Gerade bei warmen Temperaturen den Müll häufig entsorgen, um Schädlinge fernzuhalten.

Plagegeist Fruchtfliege

Kennen Sie das? Sie nehmen sich sorglos einen Apfel aus der Obstschale und befinden sich plötzlich in einer aufsteigenden Wolke kleiner Fliegen... Fruchtfliegen machen uns im Sommer häufig das Leben schwer. Sie sind harmlos, nerven aber. So werden Sie sie los:

  • Müll, vor allem Biomüll, so oft wie möglich entsorgen.
  • Keine Lebensmittelreste offen in der Küche stehen lassen.
  • Obst, vor allem reifes, im Kühlschrank aufbewahren.
  • Die Fliegen in Schälchen mit Essig und einem Tropfen Spülmittel fangen.